Man kann heutzutage im Internet ein noch so spannendes und kreatives Projekt aufziehen, wenn man sich zu wenig mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigt hat, geht man leider unter, da man nur schwer gefunden wird. So ergeht es natürlich auch Online-Händlern. Viele Menschen starten ihre Suche nach Produkten bei einer Suchmaschine und in über 90 Prozent der Fällen heißt diese in Deutschland Google.
Kein Wunder also, dass sich fast alles im Netz nach Google und seinen Kriterien, um eine Seite zu bewerten, richtet. So gibt es etliche Experten, die sich mit dem sogenannten Google-Code befassen. Für Online-Händler haben die Redakteure des Magazins INTERNETHANDEL in diesem Monat die 120 wichtigsten Google Faktoren aufgelistet. Wobei es nicht bei einer bloßen Liste bleibt, sondern die einzelnen Punkte wurden in 14 Kategorien eingeteilt und werden genau erklärt.
Selbst Leute, die schon länger in dem Bereich tätig sind, können hier sicherlich die eine oder andere Wissenslücke schließen. Natürlich geht es im Magazin wie immer auch um andere Themen. Neben der Titelstory wird dieses Mal zum Beispiel über die rechtlichen Pflichten bei Facebook und Tools um seinen Arbeitsalltag zu erleichtern informiert. Gründer und wichtige Akteure der Branche kommen zu Wort und wie immer gibt es wieder einiges Wissenswertes zu eBay.
Soziale Medien sind in aller Munde, doch trotzdem ergeben Umfragen immer wieder, dass besonders viele kleinere und mittelständische Unternehmen in Deutschland soziale Netzwerke und Co. nicht wirklich nutzen. Für so manch einen liegt dieses Thema in weiter Ferne, wobei man dadurch auch einiges an Potential verschenken kann.
So zeigt zum Beispiel eine Telegate-Umfrage, dass in Deutschland nur jeder Zehnte Mittelständler auf soziale Medien in Sachen Marketing setzt. Am aktivsten sind hier die Gastronomie und die Hotellerie. Dies macht durchaus auch Sinn, denn bei allen Möglichkeiten, die diese Form des Marketings auch bietet, wirkt sie natürlich um so besser je mehr potentielle Kunden ein Unternehmen hat.
Grundsätzlich reicht es nicht einfach auf Facebook und Co. präsent zu sein, sondern eine genaue Strategie muss her. Unternehmen müssen Kunden an dieser Stelle einen Mehrwert liefern und immer wieder einen direkten Bezug und eine Bindung zum Unternehmen und dessen Produkten oder Dienstleistungen herstellen. Zudem ist es wichtig, sein Angebot genau an die eigentliche Zielgruppe anzupassen.
Facebook-Schriftzug cc by flickr/Spencer E Holtaway
Der Direktversicherer Direct Line hat nun zusammen mit der Berliner PR-Agentur Zucker ein prämiengebundenes Empfehlungsprogramm gestartet, dass Social Media und das klassische Kunden-werben-Kunden miteinander verknüpft. Das Ganze nennt sich TankConnection und richtet sich in erster Linie an potentielle Neukunden, die auf Facebook zu finden sind.
Kunden als auch Nicht-Kunden haben über die Facebook-App TankConnection von Direct Line die Möglichkeit Freunden und Bekannten die Autoversicherung des Anbieters zu empfehlen. Führen diese nun eine Angebotsberechnung durch und speichern diese oder kommt es sogar zu einem Abschluss, wird der virtuelle Tank des Empfehlenden entsprechend gefüllt.
Für ein Angebot gibt es einen Liter, für einen Vertragsabschluss 35 Liter. Ab 40 Liter erhält man einen Tankgutschein über 40 Euro. Bis zu drei solcher 40-Euro-Gutscheine kann man insgesamt erhalten. Die klassische Marketing-Maßnahme Kunden-werben-Kunden soll damit laut den Machern zeitgemäßer umgesetzt werden. Mehr Infos direkt bei Direct Line.
Die Hamburger Agentur elbkind hat im Bereich Empfehlungsmarketing ja schon das eine oder andere Mal für Aufsehen und durchaus positive Reaktionen gesorgt. So sorgten sie beispielsweise dafür, dass Ritter Sport nicht nur eigene Schokoladen-Botschafter bekam, sondern dass diese auch neue Sorten testeten und vorstellten sowie eine eigene Sorte kreierten. Eine ähnliche Taktik hat elbkind nun auch beim Unternehmen Rügenwalder Mühle verfolgt.
Für den neuen Schinkenspicker „Genuss des Jahres“ lief gut ein halbes Jahr lang eine Crowdsourcing-Aktion, bei der die Facbeook-Fans von Rügenwalder Mühle direkt an der Entwicklung des neuen Produkts beteiligt waren. Zunächst konnte man sich als Wurstexperte bewerben, wurde in die Fabrik eingeladen und in Sachen Verkostung und Co. geschult. Vorschläge für die neue Wurst wurden gesammelt und daraus eine Top10 erstellt.
Aus diesen wählten dann die Fans die vier besten aus, wobei sich wiederum 60 als Wursttester qualifizierten. Diese wurden wieder ins Unternehmen zum ausführlichen Geschmackstest eingeladen. Am Ende stand die neue Sorte „Tomate-Rucola“ fest und ein Spot musste her. Auch hier konnten sich wieder Facebook-Fans bewerben um darin mitzuspielen. Wieder mal eine gelungene Aktion von elbkind!
Rund um Social Media wird aktuell ein enormer Hype betrieben. Alle wollen ein Stück vom Kuchen abhaben, alle wollen dabei sein. Natürlich ist es für Unternehmen sehr wichtig, sich mit dem neuen Medium und seinen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, gleichzeitig fragt man sich schon, was nach dem großen Ansturm und dem Hype bleibt.
Schon jetzt geben viele in Umfragen an, langsam von den Netzen genervt zu sein und ihre Accounts nicht mehr so viel zu besuchen wie noch in Anfangszeiten. Eine Mehrheit steht ohne Frage noch hinter den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co, jedoch sollte man sich als Unternehmer auch vor Augen führen, dass man dies nur langfristig für sich nutzen kann, wenn man auf Qualität, Eigenheiten und kreative Ideen setzt.
So zeigt sich, dass nur wenige Konsumenten direkt mit Marken im Social web agieren wollen. Was jedoch sehr gut funktioniert sind besondere Aktionen und Rabatte. Große Fast-Food-Ketten punkten mit Gutschein-Aktionen und Tablet-Hersteller mit Sonderpreisen oder Gewinnspielen. Grundsätzlich sollte man bei all den spannenden Möglichkeiten, die das Netz bietet auch immer im Hinterkopf haben, dass eben nicht alle Werbung sofort gut ankommt und dass Hypes auch irgendwann ein Ende finden…