
Teilnehmer vom Zertifikatslehrgang „BeraterIn im Network Marketing“
Am letzten Juni-Wochenende war es soweit: Der BVNM-Zertifikatslehrgang „BeraterIn im Network Marketing“, der im September 2008 begonnen hatte (der OBTAINER berichtete mehrfach), fand einen erfolgreichen Abschluss. Die Ausbildung, die mittlerweile nach dem internationalen Standard ISO 9001 zertifiziert ist, wurde auch von OBTAINER-Chefredakteur Tomas Klünner besucht, der sich auf diese Weise einen persönlichen Eindruck von der Qualität des Unterrichts machen konnte. Sein Fazit: „Professionell und seriös. Geeignet, das Image der Branche nachhaltig zu verbessern.“
7 Kursabsolventen waren am Samstag auf die Zielgerade eingebogen – nur 6 erreichten am Sonntag das Ziel. Eine Teilnehmerin offenbarte in den schriftlichen und mündlichen Prüfungen noch Defizite, so dass sie eine „zweite Chance“ benötigt. „Selbstverständlich wird sie die bekommen“, erklärte Michael Drebs, Leiter der BVNM-Akademie. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich bereits am 17. und 18. Juli in Stuttgart, wo die nächste Gruppe von „Networkern der neuen Generation“ ihre Ausbildung abschließen wird. Danach dürfte der Kreis der „zertifizierten Networker“ bald anwachsen, da die Akademie die Ausbildung in den kommenden Monaten auch in Düsseldorf, Hannover (Celle), München, Graz und anderen Städten anbieten wird.
Der Nutzen, den der „Bundesverband Network Marketing“ seinen Mitgliedern bietet, wird jedenfalls im größer. So bietet der Verband ab sofort auch die Möglichkeit, eine speziell auf Networker zugeschnittene „Betriebshaftpflichtversicherung“ zu besonders günstigen Konditionen abzuschließen. Als Produktpartner konnte hierfür die Allianz AG gewonnen werden, die in diesem Bereich sicherlich als „erste Adresse“ gelten darf. „Für unsere Mitglieder nur das Beste“, freute sich daher Gerhard Lange, 2. Vorsitzender des BVNM, der selber die komplette Ausbildung absolvierte und sich daher ab sofort „zertifizierter Berater im Network Marketing“ nennen darf.
Die ersten „echten“ Networker, auf die diese Bezeichnung zutrifft, sind allerdings:
• Astrid Heise (Neways)
• Manuela Sawitzki (LifePlus)
• Birgit Schiffler (LifePlus)
• Ralf Huhnstock (FLP)
Der OBTAINER wünscht allen „Networkern der neuen Generation“ viel Erfolg!
In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit werben viele Stellenanzeigen mit Slogans wie “Flexibel von zu Hause aus arbeiten.” Hinter der angegeben Telefonnummer verbirgt sich oft ein Networker, der auf diese Weise neue Vertriebspartner akquiriert. Network-Marketing oder auch Multilevel-Marketing wird in Deutschland oft fälschlich mit dem so genannten Schneeball- oder Pyramidensystem in Verbindung gebracht.
Tatsächlich handelt es sich um eine Form des Direktvertriebes. Der Endverbraucher bzw. Vertriebspartner bezieht seine Waren direkt beim Hersteller und arbeitet rechtlich unabhängig von der Firma. Er kauft für den Eigenbedarf, kann die Waren aber auch wieder verkaufen. Wirbt ein Vertriebspartner einen Zweiten, bekommt er Provision auf dessen Einkauf. Im Network-Marketing werden keine Kopfgeldprämien gezahlt. Die Network-Firmen geben so gut wie kein Geld für Werbung aus, dieser Etat fließt als Einkommen an ihre Vertriebspartner und in die Entwicklung der Produkte.
Bei den Waren handelt es sich in der Regel um Verbrauchsgüter, die fortlaufend bestellt werden. So geht ein zufriedener Kunde, als Kaufkraft selten verloren. “Die Kundenbindung im Network-Marketing ist extrem hoch, 83 Prozent der Kunden sind Dauer- bzw. Stammkunden”, so der Direktmarketing-Experte Prof. Michael Zacharias von der Fachhochschule Worms. Mehr als ein Viertel der Neukunden gewinnen Networker durch die Empfehlung ihrer bereits bestehenden Kunden. Network-Marketing wird daher auch Empfehlungsmarketing genannt. Der Erfolg erklärt sich aus drei Faktoren: Die Beratung im klassischen Einzelhandel nimmt zunehmend ab, und die großen Gruppen des Handels verkaufen fast überall die gleichen Produkte.
“Wer im Network-Marketing erfolgreich sein möchte, muss sich eine Firma suchen, die Produkte verkauft, von denen man selbst begeistert ist”, rät Zacharias. “Die Hauptmotivation sich für Network-Marketing zu entscheiden, liegt darin, sich ein zusätzliches Einkommen zu schaffen sowie in der freien Zeiteinteilung und die Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten”, so Zacharias. Die Startkosten sind in der Regel gering, der Vertriebspartner erwirbt für 15 bis 100 Euro ein so genanntes “Starterkit”, das Kataloge und Formulare enthält. Die Vorteile eines Networkers im Vergleich zur Selbstständigkeit im Einzelhandel sind deutlich: Er hat keine Lagerkosten und zahlt keine Miete. Arbeitslose, die sich mit Network-Marketing selbstständig machen möchten, werden von der Bundesagentur für Arbeit (BA) finanziell gefördert. Volker Lenke von der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel: “Existenzgründer, die keine übersteigerten Erwartungen haben, können sich mit Network-Marketing ein solides Einkommen schaffen.” Die meisten, die sich für Network-Marketing entscheiden, steigen zunächst nebenberuflich ein, wie der Hamburger Heilpraktiker Hans-Peter Rauh. “Begeistert haben mich in erster Linie die schadstofffreien Produkte. Network heißt für mich neue Vertriebspartner zu schulen und intensiv zu begleiten”, sagt Rauh. Wer begeistert sei, schreibe sich schon für den Eigenbedarf als Vertriebspartner ein. Fast ein Viertel der in Deutschland arbeitenden Networker sind hauptberuflich tätig. Ein Beispiel dafür ist die ehemalige Apothekerin Elfie Bieber aus Taufkirchen bei München. Sie kam durch eine Postwurfsendung auf Network-Marketing und sagt: “Mit so etwas hätte man mich eigentlich nicht locken, aber ich hatte nichts zu verlieren.” Sie verdient nach drei Jahren ein Gehalt von dem man zu zweit gut leben kann. Über den Erfolg sagt sie: “Ohne gesteigerte Erwartungen und mit genügend Durchhaltevermögen kommt man zum Ziel.”
Wer sich dafür interessiert, sollte aber in jedem Fall die Firmen kritisch prüfen.
Network-Unternehmen, die übersteigerte Verdienstmöglichkeiten versprechen, sind in der Regel nicht als seriös einzustufen. Auch ein Anruf bei der Verbraucherzentrale (oder eine Recherche im Internet) kann nicht schaden. Schwarze Schafe sind dort häufig schon bekannt. Der große Erfolg dieser Vertriebsform hat inzwischen aber sogar schon etablierte Konzerne wach werden lassen. So denken Pharmahersteller darüber nach, ob sich rezeptfreie Mittel auf diesem Weg vertreiben lassen.